Zweitausenddreizehn

Hafen.

Während meiner Grundschulzeit, als ich noch nicht so recht wusste was mit meinem Leben anzufangen sei, gab es immer diesen Moment in dem man ein neues Schulheft anfing. Das alte Heft war voll und es musste ein Neues her. Es war noch nicht üblich Blöcke mit herausnehmbaren Seiten zu besitzen. Man hatte Schulhefte. Mit Löschblatt, denn man schrieb mit Füllfederhalter. Wenn man coole oder reiche Eltern hatte, gab es zum Füller auch einen Tintenkiller. Die waren eigentlich total bekloppt, denn das Papier wurde weich und löste sich auf. Aber es roch immer so schön nach Lösungsmittel.

Ich nahm mir immer vor, mit einem neuen Schulheft alles richtig zu machen. Es sollte das beste Schulheft sein, das ich je besitzen würde. Ohne Fehler und ohne Schmierereien. Als unerfahrenes kleines Menschlein glaubte ich noch fest daran, das ich es eines Tages schaffen würde. Irgendwann würde mein größter Traum in Erfüllung gehen und ich hätte ein perfektes Schulheft.

Nun habe ich es bei keinem Heft geschafft, auch nur annähernd meinen hohen Ansprüchen gerecht zu werden. Aber es ging vielleicht die ersten zehn fünfzehn Seiten ganz gut.

Nun sollte ich doch gelernt haben, das ein neues Schulheft, oder ein neues Jahr nicht zwangsläufig meine gut versteckten Superkräfte weckt. Aber auch als Erwachsener läuft man immer wieder in diese süße, klebrige Falle. Mit jedem Jahreswechsel denkt man sich: “Okay dieses Jahr war mehr so grober Durchschnitt, nächstes Jahr wird super. Dann starte ich voll durch.”

Das klappt natürlich überhaupt nicht mit diesen guten Vorsätzen. Aber es gibt uns erwachsenen Menschen ein wenig halt, wenn wir unser Leben in Jahren einteilen. Man kann so schön beleuchten was geschehen ist, was man besser machen sollte oder was nicht so cool war.

Ich sollte es besser wissen, aber dieses Jahr war mehr so grober Durchschnitt, nächstes Jahr wird super. Dann starte ich voll durch. Yay.

Ich wünsche euch ein großartiges 2013 und überhaupt ein großartiges Leben.